Ein junger Mann meldet sich für das Antigewalttraining an, weil er Probleme im Umgang mit Konflikten hat und bereits zwei Anzeigen wegen Körperverletzung gegen ihn laufen. Sein Anwalt hat ihm geraten, ein Antigewalttraining zu machen. Auch seine Partnerin hat ihn gebeten, etwas gegen seine Impulivität zu tun, da sie ihn liebe, aber mit so einem Verhalten nicht weiter mit ihm zusammen bleiben möchte. Schließlich möchte sie mit ihm eine Familie gründen, aber keinesfalls sollen ihre Kinder solche aggressiven Wutausbrüchen ihres Partners erleben.
Das Vertragliche wurde bereits im Vorfeld geklärt. Der junge Mann hat sich u.a. dazu verpflichtet, an den 24 Stunden teilzunehmen und sich auf das Training einzulassen. Wir besprechen zunächst seine Ziele und machen mit ihm einen Notfallplan. Weitere Themen werden sein: Aufarbeitung eigener Gewalterfahrungen, Umgang mit Gefühlen und Konflikten, Kreislauf der Gewalt und Ausstieg, genaue Analyse der gewalttätigen Situation z.B.mit der Partnerin und Veränderung des zukünftigen Verhaltens in Konflikten. Zum Einsatz kommen Methoden aus dem Sozialen Kompetenztraining, der Verhaltens- und Familientherapie. Traumapädagogische Gesichtspunkte werden berücksichtigt. Der junge Mann beteiligt sich intensiv am Training, empfindet es zeitweise als sehr anstrengend und herausfordernd, erlebt aber auch viele positive Momente, die ihn ermutigen, zukünftig einen gewaltfreien Weg zu gehen. Am Ende des Trainings kann er mit Stolz von sich behaupten: ich habe an mir und meinem Verhalten intensiv gearbeitet und mein bestes gegeben, um nie mehr straffällig zu werden! Ich kann jetzt besser mit meinen Gefühlen umgehen und habe andere Handlungsmöglichkeiten bei Konflikten entwickelt. Was für ein Erfolg!!